schlüssel

Wie Du dich von Vorwürfen befreien kannst

Ein Beitrag von Raphael Kolic

Zwei Fragen, die dir helfen dich von Vorwürfen zu befreien

 

Kennst du die Geschichte von dem Mann, der unter dem Schein einer Straßenlaterne etwas suchte?

Ein Polizist fragte den Mann, was er denn suche und der Mann antwortete: “Meinen Schlüssel!” Der Polizist blieb dran und fragte, wo er denn den Schlüssel verloren habe und der Mann antwortete: “Dort drüben! Aber dort ist es so finster, deswegen suche ich hier.”

Wann immer wir Vorwürfe äußern sind wir ein bisschen wie dieser Mann. Etwas wurde in uns verletzt und ein wichtiges Bedürfnis ist nicht erfüllt. Anstelle unserem Schmerz zu begegnen, konzentrieren wir uns auf das, was die andere Person falsch gemacht hat.

“Was mich an anderen Menschen irritiert, ist, was ich eine Gelegenheit herauszufinden wo ich noch wachsen kann.” C. G. Jung

Hinter jedem Vorwurf steckt etwas Schmerz und ein anerkennenswertes Bedürfnis, zu dem Du momentan den Kontakt verloren hast.

Schmerz ist unangenehm, darum ist es oft einfacher mit Vorwürfen zu reagieren, als sich dem eigenen Schmerz zu zu wenden.

Brene Brown, die Autorin des Buchs “Die Gaben der Unperfektheit” führt einen Blog in dem sie über Authentizität und Verletzlichkeit schreibt. Eines Tages erreichte sie ein E-Mail mit einem Kompliment für ihren Blog und ihre kreative Art und Weise Artikel zu schreiben. Allerdings, meinte die Absenderin, müsse sie an ihrer Fotografie noch etwas arbeiten und sollte gute Fotos für ihren Blog lieber Fotografen wie ihr (der Absenderin der Mail) überlassen.

Brene bekam einen trockenen Mund, ihr Gesicht lief rot an und ihr Herz begann schneller zu klopfen. Sie verfasste mehrere Antworten und jede ihrer E-Mails war voll gepackt mit Vorwürfen. Sie schickte die E-Mails nicht ab, sondern entschied sich eine Freundin anzurufen. Sie erzählte der Freundin von der E-Mail und ihren Antwort E-Mails. Ihre Freundin meinte, sie sei froh, dass Brene die E-Mails nicht abgeschickt habe – sie seien einfach nur gemein. Außerdem sagte sie, dass sie sich an Brenes Stelle einfach nur verletzt und traurig fühlen würde. In diesem Moment wurde auch Brene der Schmerz hinter ihrer Wut bewusst und sie fühlte sich von ihrer Freundin verstanden.

 

Schmerz ist nicht sinnlos: Er ist ein wertvoller Hinweis auf einen Wert, der uns wichtig ist.

 

Als sie sich ihrem Schmerz zuwendete, merkte Brene, wie sehr ihr wichtig war so angenommen zu sein, wie sie ist und dass sie wegen keiner E-Mail auf der Welt ihre Authentizität aufgeben wolle.

Diese Erkenntnis erlaubte es Brene in Verbundenheit mit ihren Werten und Bedürfnisse zu handeln.

Die Geschichte finde ich sehr anschaulich, um zu zeigen, wie wir uns von unseren Vorwürfen befreien können:

 

  1. Nimm die eigene Verletztheit wahr. Das unangenehme Gefühl, dass du nicht fühlen willst, das aber ein wertvoller Hinweis für ein anerkennenswertes Bedürfnis ist.
  2. Konzentriere dich auf was dir wichtig ist: Was steckt hinter dem Gefühl? Was willst du?

 

Wiederhole diese Fragen, bis sich die Situation für dich rund anfühlt. Oder rufe eine vertraute Person an, die dir hilft, diese Fragen zu beantworten und den Schmerz akzeptierend zu fühlen.

Durch diese Übung lässt du Verbitterung hinter dir und lebst aus deinen Werten heraus.

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Alles Liebe,
Raphael

Bildquelle: Pixabay